6. Tag

Genny´s Logbuch

TAG 6

Donnerstag 2.2.15

(in Bearbeitung)

 

02.02.15

 

Da der gestrige Tag erst um Mitternacht endete, war um 9.00Uhr Treffpunkt zum Frühstück. Die Mannschaft hatte den Wunsch, sich ein Training der Calgary Flames anzusehen. Also war Klaus mit seinen Kontakten gefordert. Nach einigen Telefonaten bekamen wir kurz nach 10.00 Uhr am Vormittag die Info, daß wir zuschauen dürfen. Jetzt hieß es, die Mannschaft zusammenzutrommeln und alle schnell zum Saddledome zu bringen. Aber die Informationskette funktionierte und 15 Minuten später waren alle in der Lobby. Raimo hatte in dieser Zeit 8 Taxen geordert und mit jeweils 4 Jungs pro Taxi ging die Fuhre Richtung Saddledome.

Während des Trainings endeckten die Jungs den verletzten David Wolf und nahmen Kontakt zu ihm auf. David freute sich und zeigte gleich Interesse an der Mannschaft. Er wollte wissen, was, wie und warum es uns nach Calgary verschlagen hat. Er nahm sich Zeit und wer ein Autogramm wollte, bekam dies. Zur großen Freude aller

schenkte David der Mannschaft seinen First-NHL-Game-Stick, mit dem er zwei Tage zuvor gegen die Edmonton Oilers gespielt hatte.

Nebenbei möchte ich noch vom Skywalk hier in Calgary erzählen, der sich quer durch Downtown zieht. Auf Grund der klimatischen Bedingungen und speziell des harten Winters sind alle größeren Häuser in der ersten Etage miteinander verbunden. Überall in der City sieht man verglaste Brücken, die die Häuser mit einander verbinden. Ich machte mich vom inneren des Hotels auf Erkundungstour. Der erste Eindruck war, daß bei Wohnzimmertemperaturen alle leicht bekleidet von Haus zu Haus laufen. Alles ist sehr sauber und gepflegt, ein Food-Court geht in den anderen über, alles was der Mensch braucht findet er hier. Man kann durch die gläsernen Brücken eine Stadtbesichtigung von innen machen und sich die Häuser und Straßen ansehen.

Trotz etlicher Infopunkte hatte ich nach einer Stunde den Überblick verloren. Mit meinem Stadtplan verließ ich das Labyrinth, um mich neu zu orientieren. Ich merkte sofort, warum es diese Indoor-Möglichkeit gab – es war verdammt kalt. Nach dem ich wieder einigermaßen wußte, wo ich war, begab ich mich sofort wieder in den Innenbereich. Nach knapp zwei Stunden kam ich wieder im Hotel an. Ich gehe davon aus, das auch die Einheimischen hier manchmal ihre Probleme haben.

Um 12.00Uhr ging es bei -15°C zur Edge-Akademie, die an der Peripherie von Calgary in Cachrane liegt. Wie wir erfuhren, soll es zwischen der Edge und der Banff- Akademie eine große sportliche Rivalität geben. Ich gehe davon aus, daß sich unser Sieg gegen Banff schnell rumgesprochen hat. Also erwarteten wir ein ähnlich intensives Spiel und dies wurde es dann auch.

Nach kurzem Abtasten erhöhten beide Teams das Tempo, wobei wir wie schon gegen Banff sehr viele Scheiben zum Tor brachten und auch schnell 2:0 führten. Leider scheiterten wir des Öfteren mit klaren Möglichkeiten am sehr guten Goalie der Gastgeber und konnten den Vorsprung bis zur Drittelpause nicht weiter ausbauen.

In Spielabschnitt 2 dann wurde es wesentlich aggressiver und ruppiger, EDGE konnte bis zur 30 Minute ausgleichen. Beide Trainer wechselten zur Spielhälfte jeweils den Goalie und das Spiel begann quasi von vorn. Von diesem Torwartwechsel profitierten vor allem wir, denn innerhalb von 4 Minuten konnten die Eisbären auf 5:2 davonziehen. Die EDGE nahm den ersten Goalie wieder hinein und von nun an war es wieder ein hochintensives Spiel mit klaren Spielvorteilen für die Eisbären. Aber das Toreschießen fiel jetzt wieder wesentlich schwerer und auch die Aktionen der Gastgeber wurden unsauberer. Trotzdem gelangen bis zur 2. Pause noch die Tore 6 und 7, ohne ein weiteres Gegentor zu kassieren.

Im letzten Drittel hatten beide Teams weiter gute Einschußmöglichkeiten, die aber von den Goalies vereitelt wurden. Zum Ende des Spiels gelangen zwar der EDGE noch zwei Tore, die jedoch postwendend durch 2 eigene Tore der Eisbären beantwortet wurden. Am Ende ein 9:4, welches letztlich auch in der Höhe durchaus verdient war auf Grund der größeren Spielanteile und des besseren konditionellen Zustandes der Eisbären.

Da es beim ersten NHL-Spiel am Donnerstag einen Vorfall mit alkoholisierten Fans gab, hat unser unermüdlicher Teammanager Raimo einen Brief an die Flames geschrieben. In einem erstaunlich umfangreichen Antwortschreiben, welches übrigens sehr kurzfristig beantwortet worden war, entschuldigten sich die Flames und boten als kleine Wiedergutmachung zwei Plätze auf der Eismaschine an. Einer war für unseren erkrankten Eric Mik reserviert, der zweite wurde im Losverfahren ermittelt. Der Glückliche war Olli Noack.

Damit aber noch nicht genug. Durch die Anwesenheit beim Morgentraining auf uns aufmerksam geworden, boten die Flames unserer Reisegruppe im Laufe des Tages an, die vorhandenen Tickets kurzfristig zu upgraden. Aber nicht einfach in einen etwas besseren Block, sondern gleich in eine Loge der Flames. Und so spazierten eine Stunde vor dem Spiel mehr als 40 Berliner Eisbären in eine Loge, genossen dort auf exzellenten Plätzen das Spiel und wurden zudem auch noch während des 2. Drittels von David Wolf überrascht, der den Gästen der Loge einen kleinen Besuch abstattete. Jetzt wurden nicht nur Bilder geschossen und Unterschriften gesammelt, sondern es wurde auch ein wenig gefachsimpelt und über alte Zeiten in Deutschland geplaudert.

Alles in allem muss man wirklich anerkennen, daß bei den Calgary Flames echte Profis arbeiten, denn hier nimmt man Sorgen der Gäste ernst, beantwortet e-mails nicht nur sehr schnell, sondern auch umfangreich und hat für jedes Problem kurzfristig eine Lösung. Dafür gilt den dort arbeitenden Vollprofis unser Respekt, aber vor allem auch unser Dank, denn ähnliches Vorgehen ist man aus Deutschland ja nicht gewohnt.

Ein dickes Dankeschön muss man ebenfalls dem Chef der Fa. BAES, Klaus Wick, aussprechen, der kurzfristig an diesem Abend nicht nur die Verpflegung aller Anwesenden mit zuckerhaltigen und zuckerfreien Limonaden sowie traditionellen italienischem Essen sicherstellte sondern auch bei der einen oder anderen Übersetzung und Klärung per Telefon behilflich war.

Insgesamt also wieder ein Tag voller Highlights und schon jetzt läßt sich feststellen, daß der diesjährige Trip über den großen Teich ein voller Erfolg und ein großartiges Erlebnis für alle Jungs ist.

Mehr Bilder und Informationen sind für alle Interessierten über www.meini.de zu erhalten. Bis zum nächsten Bericht Euer

Andreas Gensel

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