Tag 4

Was für ein Hammertag!

Unter dem Motto early bird catch the worm, begann der vierte Tag um 5.30Uhr. Zu meiner Freude machten die Jungs beim Frühstück einen wachen und lockeren Eindruck. Um 6.00Uhr fuhren wir zum Markin-MacPhail-Centre, der Olympia-Arena in Calgary.

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Unser Busfahrer Dave wirkte ebenfalls sehr entspannt und hatte für alle Sonderwünsche ein offenes Ohr. Es war DSC00804Sonnabend morgens und Calgary schlief noch. Es wirkte, als wären wir die einzigen auf der Straße.  Die Ausläufer Calgarys – mit ausgedehnten Wohnanlagen, der Olympia Anlage, Sprungschanze, Skianlage und Rodelbahn- wirkten durch die verschwenderische  Beleuchtung sehr beeindruckend, man konnte noch seinen eigenen Gedanken nachhängen. 6.30Uhr Uhr Ankunft. Jetzt hieß es in den Focus zu kommen und sich auf das Kommende Spiel ein zu stellen.

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DSC06448DSC06449Da der Gegner Sturgeon Sting zum Teil zwei Jahre älter war, hatte er physische Vorteile.
Die Eisbären ließen sich nicht beeindrucken, hielten gegen.  Gleichzeitig, versuchten die Eisbären spielerische Akzente zu setzen und erarbeiteten sich gute Torchancen. In der 14.min gelang Nico Schröder, nach genauem Pass von Taro Jentzsch, die 1-0 Führung. So ging es in die erste Pause. Die Eisbären sind gut ins Spiel gekommen. So sollten sie weitermachen. Das taten sie auch und setzten spielerische Akzente. Bennet Soytürk gelang mit einem gezogenen Schuss aus der Slot-Zone die 2-0 Führung. Darüber war die gesamte Mannschaft begeistert. Die Eisbären zeigten Spielfreude. Beim P.P. erhöhte Ron Warttig mit Direktschuss von der blauen Linie auf  3-0 . Es bleibt das Geheimnis der Jungs, warum sie das Laufen einstellten. Das 1-3 war noch ein unglückliches Eigentor, wobei der Puck nach einem Schuss von der blauen Linie an Eric Mik´s Beinschoner ins Tor abprallte. Aber nur 2min später stand es 3-3. So ging es in die zweite Pause. Ich machte der Mannschaft deutlich, dass es so nicht geht und dass man sich so, ohne Not  10.000 km von zu Hause nicht verkaufen kann und ich erwarte, dass sie sich zurück ins Spiel arbeiten. Das Team war bemüht und erarbeitete sich wieder Spielanteile. Es dauerte bis zur 55min und Nico Schröder konnte erneut ein Abpraller zur 4-3 Führung nutzen. Nach Spielanteilen war die Führung verdient. Der Gegner gab aber noch nicht auf und so blieb es bis zum Abpfiff spannend. Jetzt hieß es, Regenerieren und gut Essen um für den nächsten Gegner bereit zu sein.

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Um die Pause zu überbrücken, hatte sich Svend Wiele bereit erklärt, der Mannschaft etwas über seine Karriere DSC06552

und sein Leben in Kanada zu erzählen. Es wurde sehr interessant, die Jungs waren interessiert und stellten viele Fragen.

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Im zweiten Spiel ging es gegen Sherwood- Park, die sehr körperbetont spielen. Es ging mit Beginn des Spieles auch gleich richtig zur Sache und die Eisbären hielten dagegen und ließen sich nichts gefallen. Die Schiedsrichter waren gut aufgestellt, sanktionierten von Beginn an alle unfairen Körperangriffe, hatte  die Kontrolle über das ganze Spiel und sorgten somit für ein intensives Spiel, indem die Eisbären ihre Technik ausspielen konnten. Es war ein Spiel welches über 60min, auf hohem Niveau geführt wurde. Egal welche Spielsituation – 5 gegen 5, P.P. oder P.K., es war immer intensiv und zu jeder Zeit war Charakter gefragt. Am Ende gewannen die Eisbären verdient mit 6-4. Ich  will bewusst keine Torschützen nenne, es war ein Erfolg der gesamten Mannschaft.

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Es war beeindruckend, wie das Team nach dem Spiel völlig abgekämpft und  leise in der Kabine saß und alles erst mal sacken ließ.  Mit diesem Sieg haben die Eisbären den 1.Platz in ihrer Gruppe erreicht.DSC06699

An diesem Abend stand noch ein absolutes Highlight an. Klaus Wick hatte eine Einladung organisiert und zwar bei Robyn Regehr. In 15 Jahren NHL hatte er über 1000 Spiele absolviert, davon 849 für die Calgary-Flames. 2014 hatte er mit den LA-Kings den Stanley-Cup gewonnen.DSC06616

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Sein Bruder Ritchie spielte 4 Jahre für die Eisbären. Dieser Robyn und seine Frau Kristina haben die gesamte Schülermannschaft der Eisbären mit allem Anhang – also 41 Personen! – zu sich nach Hause zum Essen eingeladen. Man hat schon Probleme sich das vorzustellen.

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Aber wie es dann ablief!!!!  Herzliche Begrüßung, alle rein in das Haus. Couch, Küche, Bar alles in Beschlag genommen. Robyn und Kristina haben gekocht und uns bedient. Kohlroulade, Hühnchen, Wurst mit Sauerkraut, verschiedene Beilagen, also alles was das Herz begehrt und zum Abschluss Eis und Cookies. Es entstand eine Atmosphäre wie zu Hause. Total herzlich und völlig entspannt.  Nach dem alle satt und kurz vorm Einschlafen waren, lud Robyn  in seinen Trophäen-Keller ein. Hier entwickelte sich eine ca. einstündige Talk-Runde mit vielen Fragen und hohem Informationswert. „Ich war nie der Beste aber ich habe immer alles für mein Team gegeben, was ich zu geben in der Lage war und habe hart gearbeitet. Vielleicht war dies mein Rezept. Das scheint ganz gut funktioniert zu haben.“ Am Ende gab es keinen, der nicht beeindruckt war. So ging ein erfolgreicher und emotionaler Tag zu Ende. Alle gingen irgendwie glücklich und zufrieden ins Bett.

Andreas Gensel